
Presseveröffentlichung vom 25.11.2009
Bayrischzell/Oberaudorf.
Das Sudelfeld wird wieder ein attraktives Ziel für Wintersportler aus der Region, dem Ballungsraum München und der weiteren Umgebung mit einem absolut konkurrenzfähigen Angebot auch gegenüber ausländischer Konkurrenz !
Mit rund 85 Hektar beschneiten Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade findet künftig jeder Skifahrer, vom Anfänger bis zum Profi, sein persönliches Wohlfühlskigebiet „vor der Haustür“. Angebote für Familien, Vereine und ein Snowboardpark runden das Angebot ab.
Zum Pressegespräch hatte heute der tourismuspolitische Sprecher der CSU-Landtragsfraktion MdL Klaus Stöttner die Landräte Dr. Jakob Kreidl, Miesbach, Josef Neiderhell, Rosenheim, die Bürgermeister Huber Wildgruber, Oberaudorf, und Helmut Limbrunner, Bayrischzell sowie den Geschäftsführer der Liftbetriebe Sudelfeld Egid Stadler in den Bayerischen Landtag nach München eingeladen.
Die Modernisierung der Liftanlagen am Sudelfeld ist überfällig. Nur zwei wirklich leistungsfähige Sessellifte im flächenmäßig größten deutschen Skigebiet sind ein gravierender Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Wettbewerb. Der beschneite Anteil von 20 Hektar bei über 120 Hektar präparierter Pistenflächen und noch einmal so viel Variantenabfahrten ist zu gering.
Die Liftbetreibergemeinschaft hat mit ihrer kürzlich beschlossenen Bereitschaft, nun unter dem Dach einer Kapitalgesellschaft statt wie bisher in der Form einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts zusammenzuarbeiten, den Grundstein für die weitere Planung und Förderung gelegt. Diese Organisationsform ist sowohl für die Kapitalaufbringung wie zur Suche und Aufnahme neuer Beteiligter notwendig.
Mehrheitlich sind sich die Beteiligten über die Eckpunkte eines künftigen Abrechnungssystems einig geworden, dass den Erfordernissen der künftigen Investitionen entspricht. Dazu gehört neben der Neubewertung der Anlagen auch ganz wesentlich die Nutzungsvergütung an alle Beteiligten. Nicht alle derzeitigen Liftbetreiber werden künftig als Liftbetreiber beteiligt bleiben; sie können so aber am Umsatznutzen über die Bodenvergütung partizipieren. Auf dieser Basis wird ein neuer Verbundabrechnungsvertrag vorbereitet.
Ein Liftbetreiber wird sich an der Neuorganisation trotz vielfältiger Gespräche und Angebote nicht beteiligen. Diese Entscheidung haben die übrigen Beteiligten gegenwärtig zu respektieren, auch wenn der Wunsch besteht, auch diesen wieder einzubinden. Der bestehende Verbundvertrag wird in absehbarer Zeit enden.
Das Ausmaß der notwendigen Maßnahmen war von den ortsansässigen Beteiligten mit den bisherigen Fördermöglichkeiten allein nicht zu stemmen. Bereits 2006 wurde beim Büro Salzmann in Bregenz eine Studie zur Entwicklung des Skigebietes in Auftrag gegeben. Hinzu kam, dass die bisherigen Abrechnungsvereinbarungen unter den Beteiligten über den gemeinsamen Skipass aus der Mitte der neunziger Jahre stammen und für Investitionen in neue, leistungsfähige Anlagen nicht mehr angemessen waren. Unstimmigkeiten waren die Folge.
Nach Monaten intensiver Vorarbeit haben sich die Landkreise, Gemeinden und Liftbetreiber in einer gemeinsamen Aktion vorgenommen, das Skigebiet am Sudelfeld zu modernisieren. Unterstützt wurden sie durch erfahrene Berater und Fachplaner. Mit dem Einsatz der politisch Verantwortlichen und mit Unterstützung der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee wurden in den letzten 10 Monaten in einem moderierten Prozess die Voraussetzungen für eine Erneuerung geschaffen. Das Ziel ist klar: ein zukunftsfähiger Tourismus für die gesamte Region!Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vieler mittelständischer Betriebe ist vom Tourismus abhängig. Es gilt, die Arbeitsplätze in den Unternehmen der „weißen Industrie“ zu sichern. Die Region versteht sich neben dem Ferientourismus als das Naherholungsgebiet für die vielen Menschen im Großraum München – Miesbach – Rosenheim.
Nur ein attraktives Freizeit- und Urlaubsangebot wird angenommen und ermöglicht neue Investitionen im Gastgewerbe. Das Leitbild 2014 der Gemeinde Bayrischzell setzt auf eine klare Profilierung als Dorf mit touristischen Angeboten für Familien im Einklang mit Natur und Umwelt.
Im vorgestellten Konzept wird in den nächsten Jahren realisiert: Weniger, aber moderne und leistungsfähige Liftanlagen, eine gesicherte Beschneiung unter staatlicher Förderung der Investitionen.
1. Schrittweise Erneuerung der Liftanlagen. Auf Sicht werden 6 – 7 leistungsfähige Sesselbahnen ausreichen, das Gebiet attraktiv zu organisieren. Von den bisher über 16 überwiegenden Schleppliften können dann viele eingespart werden. Das ist eine wirksame Renaturierung wobei auch wertvolle Pistenflächen werden frei.
2. Beschneiung der Hauptabfahrtsflächen. Es wurde, bezogen auf das Liftanlagenkonzept, eine Beschneiungsplanung mit den Festlegungen der Pistenflächen, den notwendigen Anlagen und ihrer Dimensionierung ausgearbeitet.
Wesentliche Grundlage für die Überlegungen zur Realisierung eines umfassenden Beschneiungskonzeptes als Basis für künftige Investitionen war die Frage der Klimaveränderung in den nächsten 20 bis 30 Jahren und der Verfügbarkeit von Oberflächenwasser in ausreichendem Maß. Dazu wurde eine Klimasimulation vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung, Prof. Dr. Schmude, an der LMU München in Auftrag gegeben.
Voraussetzung für den Ausbau der Beschneiung ist der Bau eines Speichersees, damit bei entsprechenden Temperaturen zu Beginn der Saison eine flächendeckende Beschneiung aus dem vorhandenen Wasserreservoir in kurzer Zeit möglich ist, ohne dass zu diesem Zeitpunkt Wasser aus den Fließgewässern am Sudelfeld entnommen werden muss.
Mit dem Innsbrucker Büro Klenkhart, einem führenden Fachplaner, wurde ein Standort unterhalb der Berggasthöfe Walleralm und Speckalm im oberen Sudelfeld gefunden, der eine ausreichende Dimensionierung zulässt. Geologische Untersuchungen haben ergeben, dass dieser Standort wirtschaftlich zu realisieren ist.
Für die Gastbetriebe am Sudelfeld, eine touristische Sommernutzung und als Zielpunkt für die spätere Bergbahn Bayrischzell – Sudelfeld ist der Speichersee eine zusätzliche touristische Attraktion.
3. Die Finanzielle Förderung durch den Freistaat Bayern wird als Grundlage der Maßnahmen angesehen.
Kosten: Die ersten Investitionsschritte werden mit jeweils 7 – 9 Mio. € für die Beschneiung und den Ersatz alter Liftanlagen angenommen. Der Startschuss erfolgt am Waldkopf wo eine kuppelbare 6er Sesselbahn gebaut wird. Insgesamt ist von einem geplanten Investitionsvolumen von bis zu 45 Mio. Euro in mehreren Schritten auszugehen.
Mit dem neuen Seilbahnförderungsprogramm der Bayerischen Staatsregierung wird die Konkurrenzfähigkeit der Wintersportorte gestärkt.
Viele Seilbahnen in Bayern haben einen erheblichen Investitionsstau. Komfort und Beförderungsleistungen entsprechen nicht mehr dem Standard, den die Hauptwettbewerber im Wintertourismus, insbesondere auch im nahen Österreich bieten. Die Antwort darauf ist ein von der EU-Kommission gebilligtes Förderprogramm, dafür hat sich MdL Alexander Radwan eingesetzt, der Bayerischen Staatsregierung für Seilbahnen und Nebenanlagen mit Spitzenfördersätzen von bis zu 35 %.
In Bayrischzell und Oberaudorf sind die Voraussetzungen gegeben, die im Sinne einer nachhaltiger Förderung auf große Zustimmung stoßen:
o Qualitätsverbesserung im Tourismusangebot
o Ausrichtung auch auf den Sommertourismus
o Schonung des empfindlichen Ökosystems und Naturverträglichkeit geplanter Maßnahmen
Die Beteiligten sind sich darüber klar, dass noch viele Anstrengungen erforderlich sind, aber auch zuversichtlich, die geplanten Maßnahmen umsetzen zu können.
Parallel werden die erforderlichen Schritte mit Begleitung durch die CIK Unternehmer Beratung GmbH jetzt eingeleitet:
o Einleitung aller Genehmigungsverfahren für Lift- und Beschneiungsanlagen
o Gesellschaftsrechtliche Neuorganisation
o Verhandlung der vorgesehenen vertraglichen Veränderungen untereinander
o Prüfung der Finanzierungsmöglichkeiten und
o Beantragung der Fördermaßnahmen
Vom Büro Salzmann und einem Schweizer Experten wurden erste Ansätze für eine touristische Sommerkonzeption, die dem Leitbild der Gemeinde Bayrischzell entspricht, erarbeitet.
Das Ziel ist jetzt klar und kann nun mit operativen Schritten angegangen werden. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass während der nun unmittelbar bevorstehenden Wintersaison viel erledigt werden kann, so dass erste Maßnahmen in 2010 angefangen werden können.
Ansprechpartner:
Egid Stadler, Geschäftsführer, Vereinigte Liftbetriebe am Sudelfeld GbR,
Osterhofen 17, 83735 Bayrischzell, T 08023-508, Mobil 0171-553 72 72
stadler@sudelfeld.de
Verantwortlich für Inhalte:
Egid Stadler
Vereinigte Liftbetriebe Sudelfeld
Osterhofen 17 - 83735 Bayrischzell
T 08023-508 - F 08023-1314
info@sudelfeld.de
Pressemitteilung vom 25.11.2009